Die siebte Preisträgerin des 2021 geschaffenen, mit 10.000 Euro dotierten Christine-Nöstlinger-Preises ist Elisabeth Steinkellner. In der Jurybegründung heißt es:
„Elisabeth Steinkellner überzeugte die Jury mit ihrem feinen Gespür für Sprache und ihrem ausgeprägten Formbewusstsein. In der Vielfalt ihrer Arbeiten – vom illustrierten Roman über Prosaminiaturen bis hin zu Bilderbüchern und Lyrik – erweist sie sich als eine Autorin, die literarische Formen nicht nur beherrscht, sondern immer auch präzise und ihren Themen angemessen einsetzt. Besonders in den kurzen Formen, wo Rhythmus, Verdichtung und Genauigkeit zentral sind, wird ein außerordentliches Sprachgefühl sichtbar.
Elisabeth Steinkellners Werk reicht von engagierter Kinder- und Jugendliteratur, in der gesellschaftliche Fragen sensibel und differenziert verhandelt werden, über psychologisch fein gearbeitete Adoleszenzromane bis hin zu emotional vielschichtigen Miniaturen. Zugleich eröffnet sie mit ihren humorvollen und sprachspielerischen Texten in Bilderbüchern und Lyrikbänden Räume der Leichtigkeit, die von Witz und Freude am Klang der Sprache geprägt sind. In dieser Verbindung einer sensiblen Figurenentwicklung, sprachlicher Präzision und spielerischer Offenheit steht Elisabeth Steinkellner in einer Tradition, die sich – ganz im Sinne von Christine Nöstlinger – durch Respekt gegenüber ihren Figuren und ihren Leserinnen und Lesern auszeichnet, ohne dabei in Klischees zu verfallen oder Trends folgen zu wollen. Mit der Tiefe und Vielschichtigkeit eines in zahlreichen Übersetzungen vorliegenden Werkes ist Elisabeth Steinkellner eine herausragende Stimme in der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur.“