Am 31. Mai 1926 wurde James Krüss auf Helgoland geboren, das bedeutet, im kommenden Jahr gibt es einen runden Geburtstag zu feiern. Der Autor starb am 2. August 1997. Der Oetinger Verlag kündigt heute einen Titel an, den die frühere Verlegerin Silke Weitendorf bei den Vorbereitungen des Jubiläums entdeckt hat: Die Haiteks oder Was kostet die Welt. Kein Märchen erscheint am 10. April 2026 mit Illustrationen von Jörg Asselborn und einem Vorwort von Tilman Spreckelsen.
In dem bislang unveröffentlichten Text entwirft James Krüss laut Mitteilung des Verlags „in sieben Kapiteln, die aus Gedichten und Prosatexten bestehen, das Bild turmbau-zu-Babel-artiger Riesenstädte, die mit jedem Abschnitt fortschrittlicher werden – bis zum unvermeidlichen Untergang. Mit scharfer Beobachtungsgabe und feiner Ironie hält er der Gesellschaft den Spiegel vor. Das Spannende dabei: Schon Anfang der 1990er Jahre ahnte Krüss Entwicklungen voraus, die unsere Gegenwart prägen – von der Digitalisierung bis hin zur Künstlichen Intelligenz.“
Julia Bielenberg, Verlegerin der Verlagsgruppe Oetinger und Tochter von Silke Weitendorf: „James Krüss war einer der wichtigsten Autoren unseres Verlags. Wir sind stolz, zu seinem 100. Geburtstag einen bislang unveröffentlichten Text präsentieren zu dürfen. Die Haiteks zeigt, wie hellsichtig er schon vor mehr als drei Jahrzehnten auf unsere Gegenwart vorausgeblickt hat. Seine ironisch-scharfe Kritik am blinden Fortschrittsglauben ist heute aktueller und relevanter denn je.“
Tilman Spreckelsen schreibt in seinem Vorwort: „Heute gelesen, erlaubt das Buch einen faszinierenden Blick auf einen großen Autor, der aus dem Diskurs seiner Zeit einen ganz eigenen, originellen und dichterischen Text formt, der sein Publikum erreichen will, indem er seine Sorge um die Menschheit in eine fesselnde und kohärente Geschichte kleidet.“