Der Filmemacher Vincent Munier zeigt nach „Der Schneeleopard“, dass man nicht weit reisen muss, um der Natur nah zu sein. Sein neues Kinoerlebnis weckt Assoziationen an ein französisches Bilderbuch.
Das Flüstern der Wälder ist ein Dreigenerationen-Film mit den Handelnden Michel, Jahrgang 1947, Vincent (1976) und Simon (2011). Vincent, mit seinen Eltern am Waldesrand aufgewachsen, wurde früh von der Faszination seines Vaters Michel für Flora und Fauna angesteckt. Von dem Naturforscher und Ökologen lernte er, Tierspuren zu lesen, sich unter Bäumen Verstecke zum Beobachten zu bauen – und das Warten. Wenn wir nun Vincent Muniers 93-minütige Dokumentation sehen, steckt darin Filmmaterial aus zehn Jahren. Die Szenen, in denen seine Familie mitspielt, stammen aus einer Drehphase von etwa einem Jahr. Geduld war nicht nur im Gelände erforderlich, sondern später auch am Schneidetisch.
Die Ausgangsszene: Großvater, Sohn und Enkel unterhalten sich bei Kerzenschein und Ofenfeuer in einer Hütte. Klingt romantisch, ist aber auch ganz schön karg. Als Vincent einmal seinen Sohn Simon fragt, ob er ihn nachts wecken solle, damit sie gemeinsam den Eulen zuhören können, meint der, er bevorzuge es zu schlafen. In den anderen Szenen ist allerdings klar erkennbar, dass der Zwölfjährige von den Naturbeobachtungen ebenso in den Bann gezogen wird wie die beiden Älteren.