Die Kunst, den Faden zu verlieren

2. September 2026

Michael Krüger hat Kindheitserinnerungen aufgeschrieben – und Ulrike Möltgen hat sie mit satten Farben und realistischem Strich illustriert. „An Großvaters Hand“ ist ein generationenverbindendes Buch, in dem eine Schildkröte eine besondere Rolle spielt.

Schon das Cover von Ulrike Möltgen verströmt die Kombination aus Wärme und Langsamkeit, die dem Text An Großvaters Hand von Michael Krüger zu eigen ist. Für die Reihe „Wir Kinder von früher“ im Klett Kinderbuchverlag hat sich der langjährige Hanser-Verleger und Autor zahlreicher Gedicht- und Prosabände an seine Kindheit im Nachkriegsdeutschland erinnert: 1943 in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt geboren, wuchs er bei seinen Großeltern auf, bis er mit sechs Jahren in die Schule musste und deshalb zu seinen Eltern und den drei älteren Geschwistern ins zertrümmerte Berlin zog.

Was für ein guter Erzähler Michael Krüger ist, stellte er am Dienstagabend im Heinrich Heine Haus in Düsseldorf unter Beweis. Im Rahmen des Poesiefestivals, das noch bis Samstag andauert, hatten ihn Buchhändlerin Selinde Böhm und Buchhändler Rudolf Müller zum Eröffnungsabend eingeladen. Michael Krüger las aus Die Wiedereinführung der Sanduhr (Suhrkamp), Rudolf Müller aus jetzt.plötzlich (Secession), seinem Debüt als Lyriker, zu dem Michael Krüger das Nachwort geschrieben hat.

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Nach vielen Veröffentlichungen hat Ulrike Möltgen zum ersten Mal einen eigenen Text illustriert. „Ich war die ganze Welt“ handelt von einem Traum, den Betrachter:innen auch ganz anders erzählen könnten. Ein Besuch in Wuppertal.
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