Als Bibliotherapeutin sucht Wiebke Schleser Bücher aus, die jungen Menschen in Krisensituationen helfen können. Eins davon ist das Bilderbuch „Mit Menschen“.
Manchmal können Räume – inmitten lärmender Stimmen, Lachen und dem Echo von Schritten – sehr einsame Orte sein. Genau dort saß ein siebzehnjähriger Junge. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, die Arme vor der Brust verschränkt – eine wandelnde Festung.
Wenn die Welt zu laut und bedrohlich wird, machen junge Menschen oft komplett dicht. Ich bin in diesem Gefüge eine Brückenbauerin, eine Wegbegleitung. Meine Rolle ist klein. Ich heile nichts akut, ich stelle keine Diagnosen. Ich bin einfach nur diejenige, die schaut, ob zwischen zwei Buchdeckeln ein sicherer Ort liegen könnte.