Der kleine Laden in Bonn ist eine Institution. Mithilfe einer Stiftung konnte er soeben seine Fassade umgestalten. Im Sortiment hingegen muss nicht alles immer neu sein.
Vom Bonner Hauptbahnhof läuft man keine zehn Minuten, bis man auf den auffälligen Flachbau stößt, der den nostalgischen Schriftzug „Der kleine Laden“ trägt und im Untertitel in Versalien deutlich macht, dass es sich um eine Kinder- und Jugendbuchhandlung handelt. So klein ist der Laden heute gar nicht mehr: Rund 100 Quadratmeter hat man zur Verfügung, um ein tiefes Sortiment mit Schwerpunkt auf die Zielgruppen vom Baby bis zum Alter von zwölf Jahren zu präsentieren.
Dass dabei auch ungewöhnlichere Titel eine Chance erhalten, ist neben dem Engagement des Teams einem Konstrukt zu verdanken, das seit Gründung hinter dem Kleinen Laden steht: Es ist der Verein zur Förderung guter Kinder- und Jugendliteratur. Auf gut 75 Jahre Geschichte kann er zurückblicken: 1950 begannen die Bonner Jugendverbände in einem (wirklich kleinen) Büdchen, ideologiefreie Kinderliteratur anzubieten, die in der Nachkriegszeit Mangelware war.
1959 zog man in das heutige Ladenlokal in der Budapester Straße. Auch wenn der Markt inzwischen riesig ist, zwei Dinge haben sich nicht geändert: Der kleine Laden muss dank des Vereins, zu dem etwa 30 Mitglieder gehören, nicht profitorientiert arbeiten. Und das Ziel bleibt, für jedes Kind das richtige Buch zu finden.