Die Idee zu „Out of the Book“ entstand nach dem Besuch einer Einzelausstellung eines Mitglieds von Picturebooks Berlin im Institut Français: „Danach gingen einige von uns gemeinsam Pizza essen und begannen, über die Möglichkeit zu sprechen, als Kollektiv eine Ausstellung zu organisieren“, erzählt die Illustratorin Cynthia Alonso. „Wir fragten uns, wie es wohl aussehen würde, Bilderbuchkunst in die lebendige Berliner Szene für zeitgenössische Kunst zu integrieren.“
Denn während des Gesprächs wurde ihnen klar, „dass Berlin zwar über eine reiche und vielfältige zeitgenössische Kunstlandschaft verfügt, Illustration und Bilderbuchkunst jedoch nicht immer die Anerkennung oder die Ausstellungsräume erhalten, die sie verdienen. Wir wollten eine Gelegenheit schaffen, dieses Medium in einem zeitgenössischen Kunstkontext zu präsentieren.“
Als perfekte Bühne dafür stellte sich die Galerie Neurotitan heraus. Mitten im touristischen Zentrum der Bundeshauptstadt gelegen – in der Rosenthaler Straße 39, gleich bei den Hackeschen Höfen – findet man im ersten Stock eines Hinterhauses einen gut sortierten Comicladen mit angeschlossenem Ausstellungsraum. Ein Picturebook Berlin-Mitglied stellte die Idee vor – und stieß gleich auf Begeisterung. In den vergangenen Tagen wurde „Out of the Book“ aufgebaut, am Samstagabend fand die Vernissage statt.
Einige Beispiele: Arinda Craciun hat zu ihrem Buch Ortswechsel Bukarest (Susanna Rieder Verlag) Keramiken geschaffen. Karen Exner hat zu Hüte (Carlsen) Skulpturen aus Holz und Pappe gebaut. Karen Runge hat zu Rosie auf der Insel (Kunstanstifter) mit Pappmaché und Acrylfarbe gearbeitet. Masken präsentiert Nele Brönner zu Superglitzer (Luftschacht). Ebenso vertreten sind Formen wie Nadelfilz, Papierschnitt, Video, Papierdruck auf Holzklötzen sowie eine Geruchsinstallation.
Daneben hängt jeweils das Bilderbuch, das als Inspiration diente, und es sind Illustrationen daraus zu sehen. „Durch diese Kombination offenbaren die Künstler:innen Facetten ihrer Geschichten, die auf den gedruckten Seiten keinen Platz finden. Während die Besucher:innen zwischen den Büchern und Kunstwerken hin- und hergehen, erhält das Leseerlebnis eine neue Dimension, da sich die Geschichten in den Raum um sie herum ausdehnen“, erklären die Kuratorinnen Cynthia Alonso, Berta Cusó und Cristina Sitja Rubio.
Ergänzt wird die Ausstellung, die bis zum 15. August zu sehen ist, durch ein Lesungs- und Workshop-Programm der teilnehmenden Illustrator:innen. Wer also in den kommenden Wochen in Berlin unterwegs ist, sollte sich diese Inspirationen nicht entgehen lassen.
Susanna Wengeler
Foto ganz oben: Katja Spitzer
Picturebooks Berlin wurde 2024 gegründet und ist ein Kollektiv von über hundert Autor:innen und Illustrator:innen, die in vielen Sprachen arbeiten. Die Gruppe trifft sich monatlich und veranstaltet Workshops, Vorträge und Ausstellungen in Berlin und im Ausland.
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Hinter dem Shop und der Galerie Neurotitan steht der Verein Schwarzenberg e.V. In direkter Nachbarschaft zum Anne Frank Zentrum bietet er Künstler:innen und Gewerbetreibenden Raum zum Arbeiten und Präsentieren– umgeben von internationalen Kaffeeketten und Edelboutiquen.