Gestickte Verbundenheit

4. Oktober 2026

Eine Mutter von zwei Kindern hat wahnhafte Störungen, die den Alltag ihrer Familie bestimmen. Bea Lema erzählt diese Geschichte aus der Perspektive der Tochter. Und findet eine ganz eigene Bildsprache dafür.

Der Leib Christi (Übersetzung: Lea Hübner) ist eine Graphic Novel. Sie beginnt mit einer gestickten Bildabfolge und kommt insgesamt mit wenig Text aus. Schauplatz ist Galicien. Die Mutter mit Namen Adela geht zur Küste, Vater und Tochter beobachten sie aus der Ferne. Es wird klar, dass die Frau nicht mehr leben möchte. Den Gründen kommen wir nach und nach im Laufe der insgesamt 190 Seiten starken Geschichte von Bea Lema auf die Spur.

Der erste Hinweis ist ein Arztbericht aus dem Jahr 2000, der eine Medikation für Adela festhält, aufführt, dass sie 1985 wegen pathologischer Eifersucht in einer anderen Facheinrichtung behandelt wurde und vermerkt: „Bereits früher wies sie klare paranoide Züge auf: hypersensibel, misstrauisch, ernst, ausgeprägte Scham-Angst, Sturheit, Humorlosigkeit.“ Auf der folgenden Seite erklärt die Erzählerin, Adelas Tochter Vera: „Ich bin am 31. Januar 1985 geboren.“

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