Holgers Haus in Jules Schrank

25. August 2026

Besuch in Bochum: Dort arbeitet Jule Wellerdiek mit Aquarellfarben und Buntstiften an ihren Geschichten von Fuchs, Stein, Wurm, Robbe oder Schakal. Einige ihrer Figuren kann man nicht nur auf Papier bestaunen – sondern auch umarmen.

Es ist ein heißer Vormittag im August. Der Arbeitsplatz von Jule Wellerdiek liegt etwas versteckt zwischen einem Malerbetrieb und einer KfZ-Werkstatt in Wattenscheid. Erst vor einigen Monaten ist sie hier eingezogen, aber eigentlich sehe es bei ihr immer recht aufgeräumt aus, sagt die Illustratorin. Ein großer Arbeitstisch am Fenster, daneben ein Schreibtisch mit Computer und zwei Bildschirmen, ein Regal als Raumtrenner, dahinter Sofa und Sessel. Auf der anderen Seite ein Holzschrank und ein großer weißer Metallschrank, in dem die Künstlerin ihre Originale aufbewahrt. Und das sind inzwischen ganz schön viele.

Jule Wellerdiek, 1997 in der Nähe von Bielefeld geboren, hat als Kind schon gern gezeichnet. Später war sie Mitgründerin einer Schülerzeitung, weil sie Comics machen wollte. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Praktikum bei einem Kommunikationsdesigner und bewarb sich an der Fachhochschule Münster für einen Platz im Studiengang Design. Das sei ein recht aufwändiges Verfahren gewesen, erinnert sie sich, vielleicht hätte sie keinen zweiten Versuch gestartet. Das war aber auch nicht notwendig – sie wurde angenommen.

Dieser Inhalt ist nur für Abonnenten sichtbar. Jetzt mehr erfahren...
Vor Kurzem ist das zweite Buch von Karla-Jean v. Wissel erschienen. Nach der Sprache von Emojis beschäftigt sie sich diesmal mit dem Thema Verhütung – akribisch und zugleich überaus humorvoll.
Nach vielen Veröffentlichungen hat Ulrike Möltgen zum ersten Mal einen eigenen Text illustriert. „Ich war die ganze Welt“ handelt von einem Traum, den Betrachter:innen auch ganz anders erzählen könnten. Ein Besuch in Wuppertal.
Sid Sharp reist derzeit durch Europa. Im Garten des Kolumba Museums in Köln ergab sich die Gelegenheit zu einem Gespräch über analoges Illustrieren, den Geruch von alten Büchern und die Kunst des Strickens