Birgit Weyhes Graphic Novel „Schweigen“ erzählt die Geschichten zweier Frauen aus Deutschland, die nicht nur Opfer der argentinischen Militärdiktatur wurden. Nach der Lektüre sieht man aktuelle politische Entwicklungen mit mehr Klarheit.
Die Anfrage des argentinischen Sozialwissenschaftlers Pablo Turnes und der Übersetzerin Lea Hübner lieferte den Anstoß zu Birgit Weyhes Graphic Novel Schweigen (avant-verlag): Ob sie Interesse hätte, einen Comic über Elisabeth Käsemann zu machen? Die Autorin und Illustratorin arbeitete sich in die Geschichte der Frau ein, die 1977 von der argentinischen Junta ermordet wurde.
Bei ihren Recherchen stieß sie auf Jeanette Heufelders Biografie über Ellen Marx, die als Jüdin 1939 vor der Verfolgung der Nazis nach Buenos Aires geflohen war – und deren Tochter Nora 1976 Opfer des dortigen Militärregimes wurde. Birgit Weyhe entdeckte immer mehr Verbindungen zwischen Argentinien und Deutschland. So erzählt sie in ihrer Graphic Novel nun die Geschichten zweier Frauen – und darüber hinaus über die unterschiedlichen Arten des Schweigens mit fatalen Folgen.