Schwankender Buchhandlungspreis?

Der Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung hat drei Buchhandlungen von der Liste zum Deutschen Buchhandlungspreis 2025 gestrichen, die von der Jury nominiert worden waren. Update vom 10. März: Die Preisverleihung in Leipzig ist abgesagt.

Im Nachhinein kann man Zeichen leichter deuten. Zum ersten Mal stand der Deutsche Buchhandlungspreis in der Verantwortung des parteilosen Wolfram Weimer, dem aktuellem Beauftragten für Kultur und Medien. Die zehn Ausgaben zuvor waren von Mitbegründerin Monika Grütters (CDU) und Nachfolgerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) im selben Amt begleitet worden.

Anstatt, wie gekannt, die Preisträger:innen im Umfeld der Frankfurter Buchmesse bekanntzugeben, wurde der Jahrgang 2025 erst am 10. Februar 2026 verkündet. Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse, für mehr als 100 Ausgezeichnete kein leichtes Unterfangen, so kurzfristig Anreise und Unterkunft zu organisieren. Terminierung nach der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse, Congress-Zentrum statt Glashalle, Zeitrahmen etwa eine Stunde – nach einer würdigen Veranstaltung klang das auch nicht.

Es waren also schon einige Kröten geschluckt, als am Dienstagabend ein Artikel der Süddeutschen Zeitung die Runde machte. Die Kernaussage der Recherche von Jörg Häntzschel und Felix Stephan: Auf der Nominierungsliste stehen nur 115 Buchhandlungen statt 118, weil drei nach einer Überprüfung durch den Verfassungsschutz vom Staatsminister gestrichen wurden – der Buchladen Zur schwankenden Weltkugel in Berlin, The Golden Shop in Bremen und die Buchhandlung Rote Straße in Göttingen. Alle drei sind das, was man „linke Buchläden“ nennt, kleinere Sortimente mit einem Schwerpunkt auf politischer Literatur.

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