Tafel des Tages

Was würden wir staunen und raunen sollen! Und dann war doch alles nur Cringe und angestrengt:
 
Spectre sollte das große Oho im Craigschen Gesamtwerk werden. Aber man verpulverte den großartigen Christoph Waltz als Kistenteufel-Blofeld, der niemanden überraschte. Das Drehbuch war direkt bei Austin Powers geklaut, wo Dr. Evil der Zwilling des Helden war. Man hölzerte eine große Liebe zusammen, die niemanden so recht berührte.  Das Titellied Writing’s on the Wall blieb nicht wirklich im Ohr. Gagdets? Leider nur leises Nanoblut und eine herkömmliche Explosiv-Armbanduhr von Omega.
 
Will ich denn so gar nichts loben? Doch. Craigs schiere, stiere Präsenz schnaubt Dir förmlich in den Nacken. Der Film war richtig teuer, und das sieht man ihm auch an – großes Kino in Regie und Kamera. Exzellente Nebenrollen von Fiennes bis Bautista, und zwei Ms in einem Film. Vielleicht war er doch besser als Quantum Trost.
 
Herrn Mayers literarische Waffenkammer gratuliert zu 10 Jahren Blofeldverbrüderung und wünscht allen Menschen einen friedlichen Donnerstag.

Die Tafel des Tages beschriftet der Buchhändler und Branchenbetrachter Matthias Mayer täglich neu in seiner Buchhandlung namens Herrn Mayers Buchladen in Langenselbold. 

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