Tafel des Tages

Ein schwäbischer Kompaniearzt wird vom Sturm und Drang angesteckt und schreibt einfach „Die Räuber“. Da half kein Schreibverbot vom Herzog und keine Fahnenfluchtverfolgung: Schiller musste weiterschreiben, dann eben in Mannheim. Theater lag ihm am meisten, aber er beneidete Goethe um dessen Dichterleichtigkeit. Die Glocke bleibt Schillers goethestes Gedicht.
 
Aber Dramen von Leidenschaft, Weltruhm und der Erziehung des Menschen brachen sich hier Bahn: Kabale und Liebe, Don Karlos, der Wallenstein oder sein Wilhelm Tell – wahrscheinlich kennen Sie bereits von den Disneytaschenbüchern mehr Schillerzitate, als Sie ahnen.
 
Als der erfolgreiche Dramatiker endlich Goethe kennenlernte, war dem das zunächst zu mühsam. Der war arriviert und schon längst in der Klassik angekommen, während Schiller noch stürmte und drängte. Aber wie wir wissen, fand diese Geistesfreundschaft unvermeidbar zusammen.
 
Leider wurde Schiller nur 45, aber er hinterließ ein Stück deutsche Seele. Herrn Mayers kleiner Sturmdrangbuchladen gedenkt des Dichters zum 266. Geburtstag und wünscht allen Menschen einen friedlichen Montag.

Die Tafel des Tages beschriftet der Buchhändler und Branchenbetrachter Matthias Mayer täglich neu in seiner Buchhandlung namens Herrn Mayers Buchladen in Langenselbold. 

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