Tafel des Tages

Jane Austens Leben klingt fast wie eine Jane-Austen-Erzählung: Ein sehr gescheites Mädchen wächst in der Regency-Zeit gebildet und belesen auf. Sie hat freien Zugang zur elterlichen Bibliothek, und kaum in der Pubertät, erfasst sie sehr rasch, wie sehr die Gesellschaft auf Rollenbilder besteht und wie leicht sich das ganze Theater durchschauen lässt.
 
Sie schreibt bald Satiren und Glossen, aber ihre drei größten frühen Werke werden anonym veröffentlicht: Verstand und Gefühl, Stolz und Vorurteil, Northhanger Abbey. Denn Frauen schreiben nun einmal nicht. Ironischerweise ist die erfolgreiche Autorin in genau jenen Konventionen gefangen, die sie in der Kunst lässig überflügelt.
 
Erst ihre späten Werke – Emma und Mansfield Park – erfahren gerechte Anerkennung, aber es wird noch dauern, bis die Literatur begriffen hat, dass Jane Austen den Sittenroman virtuos neu erfunden hat. Mit 41 stirbt sie an einem Nierenproblem, das heute mit Tabletten behandelt wird. Aber immerhin unverheiratet, also unter keines Mannes Pantoffel.
 
Herrn Mayers literarische Abtei gedenkt der Sprach- und Frechheitenvirtuosin zum 250. Geburtstag und wünscht allen Menschen einen friedlichen Dienstag.

Die Tafel des Tages beschriftet der Buchhändler und Branchenbetrachter Matthias Mayer täglich neu in seiner Buchhandlung namens Herrn Mayers Buchladen in Langenselbold. 

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In diesem Jahr neu im Kindermann Verlag erschienen: Anna Kindermann erzählt Jane Austen Stolz und Vorurteil neu, für Kinder ab sieben Jahren. Tine Schulz hat illustriert.

Im Coppenrath Verlag laufen die Schmuckausgaben zu Jane Austens Werk sehr erfolgreich, z.B. Mansfield Park