Wir Menschenkinder haben großes Glück, dass sich in Pestalozzi immenses theoretisches Interesse an der Gesellschaft überschnitt mit unkompromittierbarem Tatendrang: Pestalozzi wollte nicht nur etwas bewirken oder erreichen – er wollte etwas tun.
Doch was der Menschheit heute nutzt, war damals nicht immer gut. Denn der Schweizer scheiterte oft und im großen Stil, um zwar umso mehr aus diesen Fehlern zu lernen. Aber dass deshalb sein eigenes erstes Kind eine schlimme und fehlinterpretierte „Erziehung“ durchlitt, ist ein katastrophaler Teil seiner Biographie.
Als Pädagoge auch insgesamt mehrfach gescheitert, wurde Pestalozzi immerhin ein europäischer Schriftsteller von Rang. Im zweiten Anlauf und mit 53 Jahren übernahm er endlich ein Kinderprojekt, das funktionierte: ein Waisenhaus in der Schweiz und ein entsprechendes Pädagogisches Institut. Pestalozzi verdanken wir im Grunde überhaupt die Idee von Pädagogik – wie Kinder lernen, und dass Bildung mehr ist als Wissen: Auf diesen Weg musste uns erst einmal jemand bringen. Dass seine Adepten es dann trotzig & besser hinbekamen (Fröbel!), ist ja auch etwas.