Röntgen war nicht der erste, der die X-Strahlen entdeckte. Vor ihm experimentierten schon Tesla und andere, ohne zu wissen, was sie da vor sich hatten. Im vergangenen November entdeckte Röntgen aber im Gegensatz zu seinen Kollegen zunächst, dass diese Strahlen auch durch dicke Pappe hindurch Leuchtmittel anregen konnten.
Nun machte sich Röntgen an die Arbeit. Ende Dezember war er dann so weit, dass er eine Aufnahme von der Hand seiner Ehefrau machte – und nicht schlecht staunte, als er Knochen auf der Aufnahme erkennen konnte.
Am 12. Januar durfte Röntgen seine Sensation dem Kaiser vorlegen, und heute ging er damit endlich an die Weltöffentlichkeit. Ich wäre schon im Dezember geplatzt. In Europa haben die X-Strahlen Röntgens Namen behalten. (Die Polen sagen rentgenowskie.) Immerhin ging der erste Physiknobelpreis der Welt an ihn. Symptomatischerweise war es ausgerechnet Arztpersonal, das dann sehr schnell Strahlungsschäden an sich entdeckte und nachträglich die Bleischürze erfand.