Tafel des Tages: Maurice Sendak

Polnisches Einwandererkind im jüdischen Brooklyn will unbedingt Kinderbücher malen und weiß das schon sehr früh. Er will Zeichner werden. Als Erwachsener besucht er Abendkurse, gewinnt Förderer, aber sein Stil eckt an, wirkt zu seltsam. Dass seine Geschichten sich mit Ängsten und Bewältigung befassen, anstatt von Benimm zu handeln, schmeckt den Amerikanern nicht.
 
Wo die wilden Kerle wohnen: Der kleine Max tobt viel zu wild, wird drum ohne Abendessen ins Bett geschickt. In seiner Fantasie fährt er dann auf eine Insel, wo er lauter Monster verprügelt. Zappelphilipp goes Bud Spencer: Das war Kritikern und Pädagogen zu viel. Die Kinder indes liebten die Geschichte, und so wurde sie erst ein Erfolg, dann ein Klassiker.
 
1963 krempelte Sendak also den Kinderbuchmarkt um, 1967 erschien das Werk auf Deutsch bei Diogenes, wo es bis heute gedruckt wird. Herrn Mayers literarische Monsterinsel gedenkt des Kinderbuchkünstlers zum 98. Geburtstag und wünscht allen Menschen einen friedlichen Mittwoch.

Die Tafel des Tages beschriftet der Buchhändler und Branchenbetrachter Matthias Mayer täglich neu in seiner Buchhandlung namens Herrn Mayers Buchladen in Langenselbold. 

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