Der Ostpreuße Siegfried Lenz gehört zu Nachkrieg und Gegenwart wie zum Abitur: Feuerschiff, Deutschstunde und die endgültige Klärung der Frage, wie zärtlich Suleyken eigentlich war.
Aber der Reihe nach. Als Kind in der Nazizeit entging er durch Hochbegabung einer Napola-Schule, aber kurz vor Kriegsende wurde er in die Marine eingezogen und musste desertieren. Nach dem Krieg und ohne Studium wurde er erst Volontär, dann Redakteur beim Feuilleton der Welt.
Dort konnte sein erster Roman als Vorabdruck erscheinen, aber ab 1951 hatte Lenz seine Heimat bei Hoffman und Campe. (Bei allen Kaffeewitzen will ich nicht vergessen, wieviel Literaturgeschichte auf so einer Messe beisammen ist.) Tja, und der Rest ist Literaturgeschichte. Lenz, der Linke; der Pädagoge; der Friedenspreisträger, der „gütige Zweifler“ (Reich-Ranicki).