Die Erfindung des Telefons war ein spannender Wettlauf. Im gesamten 19. Jahrhundert waren etliche Physiker, Erfinder und Bastler dem naheliegenden Zusammenhang von Schall und Strom auf der Spur. Beides fließt, irgendwie, beides macht Wellen, irgendwie, und beides kommt immer messbar irgendwo an, irgendwie. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Schall fließend in Strom übersetzen ließ.
Philipp Reis aus Gelnhausen war der erste, der das technische Verfahren vorführbar machte. Aber eine Geräuschübertragung ist noch kein Telefonnetz. Auftritt Alexander Graham Bell. Der baute aus Reis‘ Ideen nicht nur den Apparat, sondern gleich einen ganzen Vertrieb. Bell war für Reis‘ Telefon dasselbe wie Ray Kroc für die Gebrüder McDonald: Er erfand überhaupt erst den Markt, den er bediente.
Aber auch das ging nur zögerlich. Die Menschen misstrauten dem neuen Apparat zuerst. Erst als der Kaiser von Brasilien öffentlich eines vorgeführt bekam, trat das Wunderding seinen Siegeszug um die Welt an. Bell war vorbereitet.