Ich will nicht gleich konträr sagen, denn „komplementär“ klingt viel ergänzender. Worauf ich hinauswill: Der Welttag des Geschichtenerzählens dreht sich nicht ums Lesen, sondern ums Erzählen.
Wir auf unserer Buchmesse zählen uns ja schon zur Welt des Erzählens, weil eine aufgeschriebene Geschichte ja auch erzählt ist. Aber der heutige Tag feiert die mündliche Überlieferung. Worin das Vorlesen ja wenigstens so eine Grauzone einnimmt, die uns Buchmessianer dann doch wieder mit ins Boot holt.
Aber ich habe schon verstanden: Beim Erzählen geht es nicht nur um die reine Geschichte als Verzicht aufs Medium, sondern um: Beeinandersein. Angucken, Meinen, Echtzeit und Zuhören. Sender und Empfänger. Und ich denke, Aufmerksamkeit für Analphabetismus und Bildungsnot spielen auch eine Rolle. Dieses Jahr lautet das Motto „Light in the Dark“.