Seit Gründung im Jahr 1984 versteht sich Strapazin als Plattform für Comic-Autor:innen aus der Schweiz, Deutschland und der ganzen Welt. Zum Team von 26 Herausgeber:innen gehören sowohl Veteran:innen aus Gründungszeiten als auch Hochschulabgänger:innen aktueller Jahrgänge. „40 Jahre lang ging das gut, die Comics wurden immer interessanter, und die quadratischen Inserate sowie eine wachsende Anzahl Abonnent:innen sorgten für eine komfortable finanzielle Grundlage“, teilen sie mit.
Doch nun stecke man aufgrund von Anzeigenrückgängen und gestiegenen Kosten an den Standorten Zürich und München in einer finanziellen Krise. Das selbstgesteckte Ziel für die Kampagne sind Einnahmen in Höhe von 66.666 Schweizer Franken.
Die am 11. März gestartete Crowdfunding-Kampagne winkt mit Originalen und Drucken von mehr als 120 Künstler:innen. Sie alle haben für Strapazin Zombies gezeichnet – so ist eine beeindruckende Galerie entstanden, die sich zarte Gemüter nicht unbedingt vor dem Einschlafen anschauen sollten.
Die März-Ausgabe von Strapazin steht folgerichtig unter dem Motto „Apokalypse“ und enthält Beiträge von Nando von Arb, Henning Wagenbreth, Isabelle L. & M.S. Bastian, Nadine Spengler, Dinah Wernli, Morris Vogel, Chrigel Farner, Wolfgang Bortlik. Manuel Guldimann, Jonathon Rosen, Sophia Martineck und David Sandlin. Das Jahres-Abo mit vier Heften kostet in Deutschland 50 Euro.
Interessant auch das Angebot, eine quadratische Anzeige bei Strapazin zu schalten. Sie wird von Illustrator:innen aus dem Pool des Magazins gestaltet, obendrein erhält man das Motiv als Aufkleber in Auflagen von 500 bzw. 1.000 Stück.
Folgende Argumente für eine Unterstützung werfen die Herausgeber:innen in die Waagschale:
Es gelte vor allen, neue Abos zu generieren, bereits 350 könnten für eine Sanierung ausreichen. Die Ziele beschreibt das Team wie folgt:
Die Solidarität unter den Kreativen ist groß. „Als ich jugendlich war, hätte ich für das Strapazin getötet. Ohne Scheiß!“, sagt z.B. die Comic-Autorin Anna Haifisch. „Es war schwer zu kriegen in Leipzig. Eigentlich nur irgendwie während der Leipziger Buchmesse, aber dafür dann gleich vier oder fünf Ausgaben auf einmal. Ich war so glücklich, wenn ich einmal im Jahr meinen schwer gehobenen Schatz nach Hause schleifen konnte.“
Es wäre absurd, wenn in einem Moment, in dem Comics mehr Beachtung denn je finden, ausgerechnet einer der zuverlässigen Wegbegleiter und Wegbereiter auf der Strecke bliebe. Die Rechtschreibkorrektur macht aus dem Titel Strapazin das Wort Strapazen. Möge die Rettung möglichst leicht verlaufen.
Susanna Wengeler
Die aktuelle Strapazin-Ausgabe mit dem Thema Apokalypse
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