Zwischen Geborgenheit und Fernweh

Für ihr neues Bilderbuch „Guten Morgen – Gute Nacht“ hat Johanna Schaible viele Dummies gebaut. Mit seiner speziellen Architektur visualisiert es den Kreislauf der Natur auf eindrucksvolle Weise.

Eine Meeresküste, ein Balkon, von dem zwei Kinder in Schlafanzügen aufs Meer sehen, Schüler auf dem Weg über eine Wiese, Passanten in einer belebten Innenstadt, Kinder beim Spielen in der Natur … dies sind die ersten Szenarien, die wir betrachten, wenn wir Johanna Schaibles Bilderbuch Guten Morgen – Gute Nacht betrachten. Miteinander verbunden sind die Bilder durch das Element einer immer weiter aufsteigenden Sonne. Der Text am unteren Bildrand ist sparsam und beschreibt die Möglichkeiten eines Tagesverlaufs.

Haben wir das Buch von der anderen Seite aufgeblättert, befinden wir uns zeitlich zu Beginn einer Nacht – und erleben sie bei aufgehendem Mond ebenfalls von verschiedenen Schauplätzen aus. Denn nicht jede:r geht schlafen und kann träumen, es gibt auch Menschen, die feiern oder arbeiten. Allerdings ist Guten Morgen – Gute Nacht kein Wendebuch, das man in der Mitte umdreht. Die Bucharchitektur ist eine andere: Man kann es von vorne und von hinten aufblättern, weil es zwei Rücken hat, die so gebaut sind, dass es plan daliegen kann. Das ist herstellerisch eine Besonderheit, aber keine Spielerei, denn die Konstruktion spiegelt den Inhalt wider: Auf der anderen Seite des Erdballs herrscht Tag, wenn bei uns Nacht ist.

Dieser Inhalt ist nur für Abonnenten sichtbar. Jetzt mehr erfahren...
Nach vielen Veröffentlichungen hat Ulrike Möltgen zum ersten Mal einen eigenen Text illustriert. „Ich war die ganze Welt“ handelt von einem Traum, den Betrachter:innen auch ganz anders erzählen könnten. Ein Besuch in Wuppertal.
Aus aktuellem Anlass: Ein im Vorjahr geführtes Gespräch in Worten und Skizzen mit der Autorin und Illustratorin Antje Damm, frisch ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk als Illustratorin.
Was macht das Thema KI mit einer Illustratorin und Grafikerin? Ein Gespräch mit Moni Port über Urheberrechtsverletzungen, Bildkompetenz, Häkelkragen und das tolle Gefühl, ganz bei sich zu sein, versunken ins Gestalten.